Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 264: Donnerstag, 3. Dezember 2020

Von wegen nur schlicht!

Tag 264 schlicht

Zu Unrecht wurde lange behauptet, ein Esel wäre ein schlichtes Tier und nur für die einfachsten Menschen da. Ein Esel ist sicher genügsam aber nicht nur das! Es gibt ein paar Stellen in der Bibel, die zeigen, dass der Esel als ein edles und königliches Reittier angesehen wurde. Von einem starken Eselshengst ist bei Sacharja 9,9 (GNB) sogar die Rede. Auf diesem Tier reitet kein Geringerer als der Friedensfürst…

Auch ohne die vielen Weihnachtsfeiern, die dieses Jahr – leider oder Gott sei Dank – entfallen, können wir einerseits genügsam wie ein Esel sein und dürfen uns andererseits auch erlauben, unsere edle und königliche Seite zu zeigen: vielleicht für ein besonders Essen mit unserer Partnerin oder mit den Kindern, eine Videokonferenz mit Schulfreunden... Einfach aus Freude und Lebenslust.

Wenn Sie sich gerade nicht stark wie ein Hengst fühlen, macht doch nichts. Auch eine kleine Veränderung könnte reichen. Wie wäre es mit diesem farbenfrohen Pulli, denn Sie lange nicht mehr genutzt haben? Oder die guten Rückenübungen, die der Arzt Ihnen gegen Ihre Schmerzen empfohlen hat? Fangen Sie klein an aber machen Sie es wie der Esel: Seien Sie vielseitig!

Vikarin Almendra García de Reuter, Landau/Godramstein

 

 

 


Tag 263: Mittwoch, 2. Dezember 2020

40 Wörter

Tag 263 40Wörter

„Papa, es hat geschneit!“ Meine Kinder freuen sich. Der Schnee ist für sie wie ein Geschenk des Himmels – der Tag ist allein deswegen etwas Besonderes. Es heißt, die Eskimos, die Inuit, haben mindestens 40 Wörter für Schnee. Wir im Deutschen dagegen nur eins. Klingt logisch, denn die Inuit sind die meiste Zeit von Schnee umgeben – das prägt anscheinend auch ihre Sprache.


Wobei: Die Inuit haben genau genommen nur zwei echte Wörter für Schnee: „aput“ für liegenden Schnee – und „qanik“ für fallenden Schnee. (Es gibt wissenschaftlich betrachtet nur diese zwei Wortstämme). Darüber hinaus ist aber die Sprache der Inuit voll von Schnee. Wenn sie zum Beispiel von „Hausbaumaterial“ sprechen, dann meinen sie damit Schnee – nämlich die Art von Schnee, die sich dafür eignet, Iglus zu bauen. Schnee wird bei allem mitgedacht, weil er immer präsent ist – und darum verbirgt er sich in vielen Wörtern. So gesehen haben die Inuit nicht nur zwei, nicht 40, sondern unendlich viele Wörter für Schnee.
Wir im Deutschen haben für Schnee nur ein Wort. Aber für meine Kinder ist natürlich Schnee nicht gleich Schnee. Der erste Schnee im Jahr ist der „Papa-es-hat-geschneit!“-Schnee. Dann gibt es noch den Schneemannbaumaterial-Schnee und den Schlittenfahr-Schnee. Und unendlich viele mehr.


So wie bei „Gott“: Wir im Deutschen haben genau ein Wort für Gott. Die Bibel kennt noch viel mehr, mindestens 40. Aber auch im „Papa-es-hat-geschneit!“-Schnee verbirgt sich Gott. Und im Schneemannbaumaterial-Schnee und im Schlittenfahr-Schnee. Denn Schnee ist ja ein Geschenk des Himmels, oder? Und welche Worte fallen euch heute ein … für Gott?

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler


Tag 262: Dienstag, 1. Dezember 2020

Der letzte Monat

Tag 262 Monat

Der letzte Monat eines denkwürdigen Jahres ist angebrochen. Im Dezember kommen die geballten Jahresrückblicke. Jeder Fernsehsender, jede Tageszeitung, jedes Wochenblatt, jeder Verein zieht Bilanz. Blickt zurück, kommentiert, ordnet ein, hakt ab. Dreimal dürfen Sie raten, worum es gehen wird…


Stimmt.


Aber das Wort des Jahres wird in diesem Impuls nicht vorkommen. Wahlignoranten sind hier keine Zeile wert und die angeblichen „Querdenker“ (oder besser: Denkleugner) auch nicht.
Wohl aber möchte ich einen Vorschlag machen: Suchen Sie doch einmal nach dem, was gelungen ist. Alles, was Spaß gemacht hat, was Freude bereitet hat, kommt in Jahren wie diesem einfach zu kurz. Dabei gibt es Vieles zu entdecken. Von A (wie Auszeit) bis Z (wie Zusammengehörigkeit) reicht die Palette schöner Erfahrungen.
Und denken Sie daran: Der letzte Monat eines Jahres ist auch seine Zielgerade. Da gibt man noch einmal alles und schaut strikt nach vorne. Auf die Zukunft!

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt

 


Tag 261: Montag, 30. November 2020

Begegnungen

Tag 261 Begegnung

Fehlt Ihnen das auch ?
Wir begrüßen und verabschieden uns schon seit Monaten anders. Keine Händedruck und schon gar keine Umarmung.

Man berührt sich mit der Faust, dem Ellenbogen oder seitlich am Fuß und lächelt ein wenig verlegen.
Oder sagt: " Fühl dich herzlich umarmt".
Einmal konnte oder wollte ich den Handschlag nicht abwehren.
Der Sohn einer Verstorbenen steuerte auf mich zu, um sich nach der Feier zu bedanken.
Ich ließ den Händedruck zu. Nein- ich genoss direkt diese Berührung, die ohne viele Worte viel ausdrückte.
Diese Situation hat sich mir eingeprägt.

Vor ein paar Wochen habe ich eine Freundin umarmt.
Sofort schossen mir Bedenken in den Kopf .
Verhalte ich mich falsch ?

Doch die Wertschätzung und die Verbundenheit findet
in diesen Zeiten neue Wege, und das gibt mir Hoffnung.
Auch wenn ich die Herzlichkeit und Nähe bei vielen Begegnungen sehr vermisse.

"Bleib behütet" - mit diesem Wunsch vertrauen wir einander Gott
und seiner Begleitung an. Wir sagen damit: Wir sind angewiesen
auf Gottes Segen. Auf seinen Schutz zählen wir, bis wir einander wiedersehen.

Sei behütet auf deinen Wegen, sei behütet auch mitten in der Nacht.
Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen, hält der Schöpfer über dir die Wacht.
( Clemens Bittlinger )

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler / Hofstätten

 

 


Tag 260: Sonntag, 29. November 2020

Advent, Advent …

… ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht …

Ja, wer steht denn eigentlich dieses Jahr an Weihnachten vor der Tür? Mitten im Dezember-Lockdown mit Lockerungen für Weihnachten? Allzu viele werden es jedenfalls nicht sein.

Einer steht jedoch auch in diesem Jahr vor der Tür. Wie immer, alle Jahre wieder. Und der zählt nicht mit bei Personengrenzen oder Quadratmeterabmessungen. Hände desinfizieren muss ich auch nicht, weil so richtig anfassen kann ich ihn sowieso nicht. Aber spüren kann ich ihn. Umsetzen kann ich ihn. Weitergeben kann ich ihn. Den Frieden, von dem Weihnachten uns erzählt – alle Jahre wieder.

Dafür steht für mich in diesem Jahr die Adventszeit. Frieden zu suchen und zu finden. Mit mir selbst. Mit meiner Zukunft. Meinen Entscheidungen. Mit dem, was ich nicht ändern kann – gerade in diesem Jahr. Frieden mit meinen Fehlern und meinen Ängsten – auch sie gehören zu mir. Mit meinen Wünschen – auch denen, die sich wohl erst 2021 erfüllen werden. Und dann kann Weihnachten kommen – wie auch immer es dann sein wird …

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit! (Georg Weissel)

Pfarrerin Jasmin Coenen, Albersweiler

 


Tag 259: Samstag, 28. November 2020

Aus der Not eine Tugend machen

Tag 259 Tugend

Erstes Adventswochenende 2020. Für Kirchengemeinden ein Wahlwochenende. Das neue Presbyterium wird gewählt (Haben Sie schon gewählt? Bis Sonntag 18 Uhr ist noch Zeit den Brief abzugeben). Für Familien dagegen vielleicht ein Plätzchenwochenende. Mit Liedern aus der Weihnachtsbäckerei: "Morgen Kinder wird’s nichts geben …" Nein, die andere Version, nicht die von Erich Kästner, sondern die schöne, die von Geschenken und einer frohen Zeit spricht.

Tag 258: Freitag, 27. November 2020

Eile mit Weile

Tag 258 Eile

Geht es Ihnen auch so? Alle Jahre wieder nehme ich mir vor: Dieses Mal wird die Adventszeit ruhiger und besinnlicher. Dieses Mal lasse ich mich von nichts und niemand unter Druck setzen; auch von mir selbst nicht. Dieses Mal wird alles anders – um dann doch festzustellen: Man kann bereits vor dem 1. Januar über seine eigenen, guten Vorsätze stolpern …

Sozusagen präventiv finden Sie im Folgenden einen meiner Lieblingstexte zum Advent von Dorothe Sölle: